Webseiten-Navigation: Absprungrate senken durch clevere Menüführung

Heute mal ein Thema, über das meiner Meinung nach viel zu wenig gesprochen wird: Webseiten-Navigation.

Viele Online-Business-Berater – mich eingenommen – stellen immer wieder heraus, wie wichtig bloggen ist. Dass es Dir Webseiten-Besucher bringt, Vertrauen aufbaut, zu mehr Shares in Social Media führt und Dir so letztlich mehr Kunden bringt.

Das stimmt ja auch absolut.

 

Aber wir sprechen viel zu selten darüber, inwieweit Dich eine clevere Menüführung auf Deiner Webseite dabei unterstützt, aus Bloglesern Kunden zu machen. Und wie schnell Du neue Leser mit falscher Navigation verlierst oder – noch schlimmer – vergraulst.

Damit Dir das nicht passiert, zeige ich Dir heute im Detail, was eine clevere Webseiten-Navigation überhaupt ist und wie Dich Deine Menüführung dabei unterstützt, zufällige Leser in echte Fans zu verwandeln.

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User Experience Design

Mittlerweile gibt es ja eine eigene Branche, die sich ausschließlich mit dem Thema User Experience (UX) Design befasst. Dabei geht es weder um Grafik-Design, noch um Web-Design, auch wenn alle 3 miteinander zusammenhängen.

Dennoch befassen sich Grafik- und Web-Design vor allem mit der Optik und Ästhetik einer Webseite; beim UX-Design hingegen geht es mehr um Funktionalität, Nutzbarkeit und somit auch das Thema Menüführung.

Und während ich natürlich in keinster Weise ein UX-Designer bin, will ich dennoch zusammenfassen, inwieweit UX-Design auch Dich und Deine Webseite betrifft und welche Dinge Du tun kannst, um Deine Webseite nutzerfreundlicher zu gestalten.

 

1 | Gute Webseiten-Navigation hilft Besuchern, sich schnell zurechtzufinden

Du kennst das vermutlich: Du willst jemanden im Krankenhaus besuchen und brauchst gefühlt 30 Minuten, um dessen Zimmer auf Station zu finden. So kompliziert ist es oft, sich dort zurechtzufinden.

Genau das willst Du NICHT für Deine Webseite. Sondern das genaue Gegenteil:

Ein neuer Besucher soll intuitiv in der Lage sein, sich zurechtzufinden. Ohne groß darüber nachdenken zu müssen oder sich erst zurechtfinden zu müssen.

Du warst vermutlich auch selber schon auf einer Seite, die total unübersichtlich war, weil sie entweder

  • Komplett überladen war mit jeder Menge toller Features, so dass Du Dir vorgekommen bist, wie auf dem Jahrmarkt,
  • Oder einfach gar keine logische Münuführung hatte und Du Dich kaum bis gar nicht zurechtgefunden hast.

 

Und was ist passiert? Vermutlich bist Du unverrichteter Dinge wieder gegangen, weil Du abgeschreckt wurdest, oder irgendwann einfach keine Lust mehr hattest, nach weiteren Infos zu suchen.

Vermutlich hast Du also auch nicht Deine Email-Adresse dagelassen, Dir die Seite gebookmarkt oder sie anderen als hilfreich empfohlen.

Und das vielleicht sogar, obwohl die Inhalte top waren.

 

2 | Clevere Menüführung bringt Besucher dazu, wiederzukommen und Deine Seite weiterzuempfehlen

Genau das Gegenteil passiert, wenn Du eine aufgeräumte und leicht zu navigierende Webseite findest. Dort findest Du sofort die richtigen Buttons und weitere hilfreiche Informationen. Beobachte das einfach mal bei Dir selber, wenn Du eine neue Seite „betrittst“.

Waren nicht alle Seiten, die Du Dir für später gemerkt hast, nicht nur inhaltlich top, sondern auch leicht zu navigieren und übersichtlich?

Ich vermute mal, die Antwort lautet ja.

Ich habe den Test auch bei mir selber gemacht und – bis auf wenige Ausnahmen – fanden sich auch in meinen Bookmarks nur „schöne“ und leicht zu navigierende Seiten.

 

3 | Deine Navigation kann Deine Umsätze positiv beeinflussen

Das Ziel ist also klar: Deine Seite soll „schön“ (im Sinne von ansprechend) und intuitiv in der Navigation sein. Jeder Besucher soll sich sofort „zuhause fühlen“ und zurechtfinden. So findet er quasi automatisch genau Deine sonstigen hilfreichen Informationen auf dem Blog sowie Deine Angebote.

Und logischerweise hilft Dir das dann auch dabei, mehr Kunden zu gewinnen. Denn um etwas zu kaufen, muss jemand erst einmal davon erfahren (und dann natürlihc noch mögen, was er sieht).

4 | Webseiten-Navigation in der Praxis

Genug der Theorie, lass uns nun zur Praxis kommen. Denn auch wenn es für nicht-Profis nicht ganz einfach ist, tolles UX-Design zu implementieren, habe ich dennoch 8 Punkte gefunden, die Du recht einfach umsetzen kannst und so Deine Webseiten-Navigation deutlich verbesserst.

Dazu zeige ich Dir jeweils anhand meiner Webseite, wie ich das umgesetzt habe. 

 

1 | simplifiziere Dein Menü

Zu viele Punkte in Deiner Menüleiste verwirren und überfordern neue Besucher schnell. Gestalte Dein Hauptmenü daher übersichtlicher und klarer, indem Du

  • Links streichst
  • Ähnliche Seiten in Untermenüs gruppierst
  • Links in den Footer verschiebst

 

Tipp: Beschränke Dich auf maximal 5-6 Links in Deinem Menü und maximal 4 Unterpunkte pro Drop-Down-Menü. Dabei gilt: weniger ist mehr. Reize also das Maximum nicht unbedingt aus, wenn es auch anders geht.

To Do: Setz Dich einmal in Ruhe hin und überlege Dir genau, welche Seiten ein neuer, zufälliger Besucher anklicken sollte, nachdem er den Blogartikel gelesen hat, der ihn ursprünglich auf Deine Seite geführt hat.

 

2 | Ordne Deine Menü-Reihenfolge neu

Nicht nur die Anzahl, sondern auch die Reihenfolge Deiner Menüpunkte ist relevant. Anstatt sie zufällig und willkürlich anzuordnen, willst Du sie in einer logischen Folge von links nach rechts sortieren.

Denn unser aller Augen folgen dem natürlichen „Leseweg“ – also von links nach rechts. In dieser Reihenfolge wird auch ein neuer Besucher Deine Menüpunkte wahrnehmen.

To Do: Ordne Deine Menüpunkte in der Reihenfolge von links nach rechts an, in der Du möchtest, dass sie ein neuer Besucher liest. Üblicherweise wirst Du mit der Homepage beginnen, gefolgt von der Über mich-Seite, Deinen Angeboten und dem Blog.

Beispiel: Meine Menu ist so reduziert, wie möglich und führt den Besucher in der Reihenfolge durch meine Seiten, die ich mir überlegt habe und für sinnvoll halte.

3 | Habe ein Ziel für jede Seite

Bedenke: Du hast Dir beim Aufbau Deiner Seite etwas gedacht, doch ein neuer Besucher weiß das natürlich nicht. Er braucht also ein wenig Unterstützung, um am Ende jeder Seite zu wissen, was er als nächstes tun soll.

Also gib sie ihm.

Jede Seite von Dir sollte mit einem Call to Action (CTA) enden, also einer Handlungsaufforderung, was der Leser als nächstes tun sollte. Der CTA fungiert wie eine Art kleiner Wegweiser, so dass der Leser nur drauf schauen, aber nicht wirklich nachdenken muss und trotzdem weiß, wohin er als nächstes soll.

Das kann eine weitere Seite von Dir sein, die Anmeldung für Deine Email-Liste usw..

Tipp: Überlege Dir für jede Deiner Seiten, was der Leser tun soll, wenn er „unten angekommen“ ist. Was kannst Du ihm anbieten und zeigen, dass er entweder weiterliest oder sich in Deine Liste einträgt? Und wie kann dieser Call to Action aussehen?

To Do: Ergänze einen Call to Action auf jeder Seite. Beginne mit den Seiten, die besonders viele Besucher anziehen und ergänze nach und nach einen CTA auf jeder Seite.

Beispiel: Auf meiner Seite „Beratung“ verlinke ich 1. zu meinen Angeboten und lade meine Besucher direkt zu meiner gratis Erstberatung ein.

4 | erstelle eine Homepage

Noch immer sehe ich viele Seiten, die keine wirkliche Homepage haben bzw. bei denen die Startseite des Blogs auch gleichzeitig als Homepage fungiert.

Sollte dies auch bei Dir der Fall sein, dann verschenkst Du eindeutig Potenzial und ich empfehle Dir, eine „richtige“ Homepage aufzusetzen!

Eine Homepage oder Startseite bietet Dir eine tolle Möglichkeit, auf einen Blick zu zeigen, worum sich Dein Business dreht und welche Kunden Du wie bedienst. Das klappt mit einem Blog nur sehr bedingt. (Überleg mal, Du kommst auf meine Seite und würdest als erstes diesen Artikel über UX-Design sehen – wäre Dir dann sofort klar, dass ich Business-Coach bin? Vermutlich nicht.)

Daneben hast Du auf einer Homepage viel mehr Platz, Deine kostenlosen Inhalte zu präsentieren und die Besucher gezielt auf die richtigen Seiten zu leiten, was sich positiv auf Deine Email-Liste und die Zahl der Anfragen auswirken sollte.

Tipp: Nutze Deine Überlegungen aus den vorherigen Punkten, um das Design Deiner Startseite entsprechend aufzubauen und Besucher so gezielt zu den richtigen Seiten zu leiten.

To Do: Erstelle oder optimiere Deine Startseite entsprechend

Beispiel: Auf meiner Startseite findest Du insgesamt 8 Möglichkeiten, Dich in meine Email-Liste einzutragen (en Footer nicht mitgerechnet). Damit ist wohl auch klar, welches Ziel diese Seite hat, oder ;-)?

 

5 | Überlege, eine Suchleiste einzuführen

Niemand hat Lust, lange nach etwas zu suchen. Und woher soll ein neuer Besucher auch wissen, ob er weitere hilfreiche Tipps zu einem bestimmten Thema auf Deinem Blog findet, oder ob das der einzige Artikel dazu ist.

Einfacher ist es da, wenn Du eine Suchleiste auf Deiner Seite hast. Dort kann der Besucher einfach seine Anfrage eintippen und gelangt so direkt zu den weiteren Ressourcen, die ihn interessieren.

To Do: Richtige eine Suchleiste auf Deiner Seite ein; natürlich an einem möglichst prominenten Ort, wie z.B. in Deinem Hauptmenü oder dem Footer

Beispiel: meine Suchleiste ist eine einfache, kleine Lupe in meinem Menü.

6 | Wesentliche Informationen gehören „above the fold“

Als „above the fold“ beschreibt man den Bereich einer Webseite, den jemand sofort sieht, ohne scrollen zu müssen. Dieser Bereich bekommt immer die meiste Aufmerksamkeit, weshalb Du dort auch die wesentlichen Informationen unterbringen willst.

Dies willst Du aber in einer Art tun, die natürlich wirkt. Denn nun diesen Bereich mit allen möglichen Informationen und Links voll zu stopfen ist nicht die Lösung. Deine Seite soll schön und übersichtlich bleiben!

Tipp: Es gilt folgende Faustregel: Ein neuer Besucher soll innerhalb von 3 Sekunden verstehen, worum es auf Deiner Seite geht.

To Do: Überlege Dir, welches jeweils die wesentlichste und hilfreichste Information Deiner Seiten ist bzw. nutze die Gelegenheit und prüfe, ob Du die Inhalte Deiner Seiten noch optimieren kannst. Platziere anschließend die wesentlichsten Inhalte above the fold.

Beispiel: Auf meiner Startseite verweise ich auf meine Bibliothek mit Inhalten „für Deinen erfolgreichen Online-Business-Start“ – damit sage ich direkt klar und deutlich, was ich anbiete.

7 | Nutze Kategorien in Deiner Webseiten-Navigation

Neue Besucher landen meist auf einem Blog-Artikel zu einem bestimmten Thema. Gefällt ihnen, was sie lesen, wollen sie gerne sehen, was Du weiteres zu diesem Thema anbieten kannst.

Dementsprechend willst Du Deine Inhalte nach Themen ordnen und es Deinen Besuchern leicht machen, dorthin zu gelangen. Dies erreichst Du z.B. durch Blog-Kategorien und entsprechende Archiv-Seiten.

Auf meiner Seite habe ich vor nicht allzu langer Zeit Links zu allen meinen Themen in jeden Artikel eingefügt und gebe so neuen Lesern die Möglichkeit mit einem einfachen Klick mehr zum entsprechenden Thema zu finden. Ich habe schnell festgestellt, dass diese simple Modifikation viele Leser dazu bringt, länger auf meiner Seite zu bleiben.

To Do: Überlege Dir 3-5 Kategorien, denen Du Deine Blog-Beiträge zuordnen kannst und richte entsprechende Seiten ein und mache sie Besuchern leicht zugänglich.

Beispiel: Ich habe unterhalb meines Blogartikelbildes gut sichtbar Links zu meinen Blog-Themen platziert.

8 | Nutze gezielt Landingpages

Landingpages unterscheiden sich dadurch von „normalen“ Seiten, dass sie über kein Menü verfügen und es somit dem Besucher quasi unmöglich machen, einfach wegzuklicken. Dadurch sorgen sie dafür, dass der Besucher geneigt ist, auf einer Landingpage genau die Aktion auszuführen, die Du Dir wünschst.

Üblicherweise werden sie also dazu genutzt, Produkte zu verkaufen oder jemanden dazu zu bringen, sich für Deine Email-Liste einzutragen.

Du kannst aber auch eine andere Art von Landingpage nutzen und einsetzen. Die keine solche im klassischen Sinne ist (Das Menü bleibt also erhalten), sondern eher eine Art „Sammelseite“. Statt also eine Seite für jedes Deiner Angebote zu erstellen, kannst Du dies auch mit einer „Übersichtsseite“ lösen, von wo aus der Besucher bei den einzelnen Produkten landet.

Dies hilft Dir dabei, Deine Seite übersichtlich zu gestalten und bietet dem Kunden die Chance, sich erstmal „nur“ eine Übersicht anzusehen, bevor es sich gezielt mit einem Produkt auseinandersetzt.

Tipp: generell gilt: je mehr Klicks erforderlich sind, um ans Ziel zu kommen, desto mehr Leute verlierst Du auf dem Weg. Heißt: Du suchst den berühmten goldenen Mittelweg aus Übersichtlichkeit und „Klick-Zahl“. Wie genau das aussehen kann und sollte hängt also von Deinem speziellen Einzelfall ab. Im Zweifel musst Du einfach eine Weile rumprobieren, bis Du die beste Kombination gefunden hast.

To Do: Überlege Dir, welche Landingpages und/oder „Sammelseiten“ für Dich sinnvoll sind und richte sie ein.

Beispiel: Ich nutze „klassische“ Landingpages für meine Lead-Magneten (z.B. den Pinterest-Minikurs) und „Sammelseiten“ sowohl für meine Blog-Themen, als auch für meine Beratung.

 

5 | Hol Dir Hilfe bei der Umsetzung

Hast Du Probleme, Deine Webseite zu „organisieren“? Oder bist Dir ständig unsicher, welche mögliche Option die beste für Dich ist?

Dann frage Deine Kunden oder Freunde und Familie nach einer zweiten Meinung. Bitte sie darum, einen möglichst objektiven Blick auf Deine Seite zu werfen und Dir ehrlich zu sagen, was ihnen auffällt.

Weil Du Deine eigenen Ideen so gut kennst, bist Du leicht gefährdet einfach „betriebsblind“ zu sein. Was mir übrigens genauso geht, weshalb ich sehr froh um meine Mastermind-Mädels bin, denen ich solche Fragen stellen kann.

 

Wie ich zu Beginn bereits sagte, habe ich den Eindruck, dass der Bereich Menüführung und Webseiten-Navigation in vielen Fällen noch viel zu wenig beachtet wird, aber einen großen Anteil an Deinem Erfolg hat. Setzt Du meine Tipps aus diesem Artikel aber um, wirst Du sicher deutliche Verbesserungen im Nutzerverhalten Deiner Seite bemerken. Mir ging es nämlich genauso, als ich begonnen habe, mich damit zu befassen.

Diese Erfahrung hat dann auch dazu geführt, dass ich dieses Thema als festen Bestandteil in meine Beratung aufgenommen habe. (Und wenn Du aufgepasst hast, dann stolperst Du hier über den angesprochenen CTA am Ende der Seite 😉 – üblicherweise sind das in meinen Artikeln die Links zu weitern Inhalten, aber warum nicht einfach mal einen anderen testen!)

Hast Du Dich bereits mit dem Thema UX-Design beschäftigt? Oder einige meiner Tipps umgesetzt, ohne zu wissen, dass der formelle Begriff so lautet ;-)? Hast Du weitere Ideen?

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