Wie ich in 5 Monaten 30.000€ für den Start in die Selbstständigkeit gespart habe

Ein ehemaliger Chef von mir hatte einen Lieblingsspruch, den ich auch heute noch gerne zitiere: „Proper Preparation Prevents Poor Performance“. Was auf Deutsch in etwa „gute Vorbereitung verhindert miese Leistung“ bedeutet.

Genauso sehe ich das in Bezug auf die Selbstständigkeit. Niemandem ist geholfen, wenn er aus einer spontanen Laune heraus seinen Job kündig und sich „jetzt selbstständig macht“. Ganz im Gegenteil.

Daher predige ich immer, zuerst seine Dinge zu ordnen und erst dann den Schritt zu wagen und zu kündigen. Denn dadurch wird die ganze Unternehmung nicht nur viel leichter, sondern hat auch viel bessere Chancen auf Erfolg.

Heute zeige ich Dir in aller Offenheit, wie ich meine Finanzen für den Start geordnet habe. Lass Dich dabei von den reinen Zahlen bitte nicht irritieren. Ich hatte einen wirklich gut bezahlten Job. Das macht es natürlich viel leichter wirklich viel Geld an die Seite zu legen.

Es kann also gut möglich sein, dass Du weniger Geld sparen kannst. Das ist kein Problem, denn weniger die Beträge sind wichtig, sondern das Bewusstsein über Deine Einnahmen und Ausgaben ist der Teil, der meiner Meinung nach über Deinen Erfolg entscheidet.

Wenn Du sicher weißt, wie viel Geld Du benötigst und sicher weißt, woher es kommt, wird Dein Plan aufgehen. Egal wie groß Dein Erspartes ist!

Pin it!

Schritt 1: Monatliche Kosten reduzieren

Einnahmen und Ausgaben aufschreiben

Begonnen habe ich damit, mir meine Ausgaben und Einnahmen aufzuschreiben, damit ich weiß, wo mein Geld hingeht. Wie viel Miete habe ich gezahlt? Wie viel Geld ging für Versicherungen drauf? Was hat mein Handy gekostet? Wie viel habe ich für Lebensmittel ausgegeben? usw.

Die Einnahmen waren schnell erfasst. Als Angestellte war das mein monatliches Netto-Gehalt.

Die Ausgaben waren aber schon schwieriger. Ganz ehrlich: ich hatte mich bis dahin nie groß damit beschäftigt, wohin mein Geld wirklich floss. Solange am Monatsende kein Minus auf dem Konto war, reichte mir das. Merkte ich einmal ,dass ich zu viel ausgegeben habe, riss ich mich im kommenden Monat etwas zusammen.

Einen wirklichen Überblick hatte ich nicht.

Was ich jedoch wusste war, dass am Monatsende kaum etwas übrig blieb.

 

Einsparpotenziale finden

So konnte ich natürlich nicht weitermachen.

Meine Ausgaben waren eindeutig zu hoch. Ich musste herausfinden, welche Ausgaben ich wirklich brauche und welche nicht. Was konnte ich reduzieren? Was musste bleiben?

Also habe ich begonnen, mich und meine Kaufgewohnheiten über eine gewisse Zeit zu beobachten. Wofür gab ich eigentlich den ganzen Tag über Geld aus? Wie viel Geld ging für Lebensmittel drauf? Wie viel fürs auswärts essen? usw.

Die Analyse war ein ziemlicher Schock.

Jeden Tag unter der Woche 1-2 Kaffee to go für 3,50€. Mittags regelmäßig ein Lunch für 10-20€. Dazu kamen 2-3x Abends auswärts Essen und Shopping für nochmal zwischen 300 und 500€….

Da kam einiges zusammen.

Doch mussten diese Ausgaben wirklich sein? Nein. Zumindest nicht alle und vor allem nicht mit dem Ziel, das ich vor Augen hatte.

 

Budget aufstellen

Natürlich wollte ich nicht gleich auf jeden Kaffee verzichten, oder nie wieder abends gemeinsam mit Freunden essen gehen. Ein wenig Leben wollte ich natürlich schon noch.

Also habe ich mir ein Budget erstellt, in dem ich jedem Bereich einen monatlichen Maximalbetrag zugeordnet habe. So musste ich nicht auf alles verzichten, sondern konnte mir in gewissem Rahmen immer noch die Dinge leisten, die ich gerne mochte.

Einzig das Shopping habe ich komplett eingestellt. Ich hatte wirklich genug Kleidung ;-).

Dennoch habe ich so aufgehört mir ständig einen Kaffee mitzunehmen, habe gegönntem mir für mittags mein Lunch mitzubringen und das auswärts Essen am Abend auf ein Minimum reduziert.

Außerdem habe ich alle Verträge gekündigt, die ich nicht wirklich dringend brauchte. (Darunter fiel übrigens auch meine Wohnung, denn ohne gesichertes Einkommen war sie eindeutig zu teuer. Heute wohne ich in einer nur noch halb so großen Wohnung und zahle nichtmal mehr die Hälfte an Miete)

Anschließend sah meine Rechnung so aus und ich konnte jeden Monat 1.500€ für meinen Neustart auf die Seite legen.

Schritt 2: Verkaufe, was Du nicht brauchst

Im nächsten Schritt begann ich alle meine Sachen aufzuräumen und Auszusortieren. Alles, was ich nicht zwingend brauchte, kam weg oder wurde über Momox oder Ebay verkauft. Hochwertige Kleidung gab ich in den Second Hand Laden.

So kamen noch einmal 5.000€ zusammen

Zugegeben, es war nicht ganz einfach, sich von so vielen Dingen zu trennen. Schließlich hatte ich sie einmal haben wollen und an vielen hing auch mein Herz. Doch ich wusste, dass meine neue Wohnung viel kleiner sein würde und somit viele Dinge einfach niemals hineingepasst hätten. Und ich wusste, dass jeder zusätzliche Euro auf dem Konto meinen Neustart leichter machen würde.

Schritt 3: Steuererklärung machen

Anschließend habe ich mich hingesetzt und endlich mal die Steuererklärung der letzten Jahre nachgeholt. Die hatte ich schon ewig vor mir hergeschoben. Nun wurde es endlich Zeit, mit mein Geld vom Finanzamt zurückzuholen.

So wanderten weitere 6.000€ auf mein Konto.

 

Schritt 4: Ersparnisse auflösen

In meinen vorherigen Jobs hatte ich Vermögenswirksame Leistungen und dann und wann Mitarbeiteraktien erhalten. Die einen lagen unbeachtet in irgendeinem Depot herum. Von den VL wurden über viele Jahre Anteile eines Aktienfonds gekauft. Auch sie habe ich nie wirklich auf dem Schirm gehabt. Die jährliche Aufstellung wanderte in einen Ordner und das wars.

Mein Glück in dem Fall war, dass sowohl die Aktien, als auch die Fonds zum Zeitpunkt meiner Kündigung extrem gut notierten und in Summe viel mehr wert waren, als ich gedacht hatte.

Also habe ich die Chance genutzt und alles verkauft. Auf meinem Sparbuch und ohne weiteren Kursschwankungen ausgesetzt zu sein, war das Geld eindeutig besser aufgehoben.

Außerdem habe ich dabei auch gleich noch ein altes Mietkautionssparbuch aufgelöst, auf dem sich auch noch Geld befand.

In Summe kamen so die restlichen 11.500€ zusammen.

Meine Tipps für Dich

Wie ich ja bereits zu Beginn sagte, hatte ich natürlich den Luxus, einen wirklich guten Job zu haben. Das hat das Sparen für mich natürlich wirklich deutlich erleichtert.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es für Dich unmöglich ist, so viel Geld auf die Seite zu legen, dass Du beruhigt starten kannst. Du wirst vielleicht länger brauchen; machbar ist es aber allemal.

Folgende Checkliste soll Dich dabei unterstützen:

9

Reduziere Deine monatliche Kosten

  • Erfasse zuerst alle Ausgaben nach Kategorien
  • Bedenke auch solche Zahlungen, die nur jährlich oder quartalsweise anfallen und rechne sie in monatliche Zahlungen um
  • Wenn Du keinen wirklichen Überblick hast, führe für eine Weile eine Liste, bis Du sicher weißt, wo Dein Geld hingeht
  • Überlege Dir, welche Kosten Du wie weit reduzieren kannst, ohne Deine Lebensqualität zu weit einzuschränken
9

Stelle ein Budget auf und halte Dich dran

  • Erstelle Dir ein Budget für Deine Ausgaben. Plane für jeden Bereich einen Betrag ein, den Du monatlich zur Verfügung hast und halte Dich dran
  • Plane auch unregelmäßige Ausgaben z.B. für Geschenke und Urlaub in Dein Budget ein
  • Da das Leben nicht zu 100% planbar ist, empfehle ich Dir umbedingt einen Puffer-Betrag für unerwartete Ausgaben einzuplanen
9

Sortiere Dein Hab und Gut

  • Entsorge oder spende alles, was Du nicht mehr benötigst
  • Verkaufe alles, wofür Du noch etwas erzielen kannst. Auch kleinste Beträge summieren sich; ich z.B. habe allein durch den Verkauf alter Bücher und CDs fast 500€ zusammenbekommen, obwohl jede(s) von ihnen nur 0,50-5,00€ einbrachte
  • Lasse keine neuen Dinge in Dein Leben, wenn Du sie nicht unbedingt brauchst
9

Ordne Deine Unterlagen und Finanzen

  • Mach Deine Steuererklärung, falls sie noch offen ist
  • Sieh sämtliche Bankunterlagen durch, ob und wo sich noch Ersparnisse befinden. Unterliegen diese etwaigen Wertschwankungen, verkaufe sie, um Planungssicherheit zu haben
  • Wenn Du ein „Geld-in-den-Ecken“-Verstecker bist, räume alle Verstecke aus. Du wirst Dich wundern, was Du da noch findest

Wenn es dennoch nicht reicht

Solltest Du – trotz aller Bemühungen – zu dem Ergebnis kommen, dass Deine Situation es Dir nicht möglich macht, genug Geld auf die Seite zu legen, um direkt in die Selbstständigkeit zu starten, ist dies keinesfalls das Ende Deines Traums.

Ganz im Gegenteil.

 

Ich persönlich halte es in den meisten Fällen sogar für die beste Lösung, neben dem Job zu starten. So kannst Du in aller Ruhe Dein Business-Fundament aufbauen und erst dann, wenn es beginnt wirklich zu laufen, kündigen (oder z.B. auf Teilzeit wechseln).

Ja, es erfordert einiges an Organisation, das neben einem 40-Stunden-Job hinzubekommen. Aber wenn Du die Möglichkeit hast, Dich entsprechend zu organisieren, wird es viele Sorgen von Deinen Schultern nehmen und Du wirst so viel ruhiger schlafen können, dass ich denke, dass es das absolut wert ist.

Newsletter

Wöchentliche Tipps & Tricks für mehr Bekanntheit, Leser und Kunden.

In meinem Newsletter zeige ich Dir, wie Du genau die Blog-Artikel schreibst, die in Google auf Seite 1 landen, in Pinterest großartige Reichweite erzielen und Dir genau die richtigen Leser bringen. Nämlich die, die später zu Kunden werden!

Das könnte Dich auch interessieren

Pinterest Pins gestalten – rasant schnell dank eigener Icons

Pinterest Pins gestalten – Rasant schnell dank eigener Icons David Pinterest ist eine sehr visuelle Plattform. Wenn du Pinterest Pins gestalten möchtest, dann gehören Bilder oder Zeichnungen unbedingt dazu. Denn du möchtest mit deinen Pins auffallen - aus der Masse...

Deine ersten 1.000 Follower auf Pinterest bekommen – so geht’s

Deine ersten 1.000 Follower auf Pinterest bekommen - so geht’s Alina Du machst Dir Sorgen, weil Du noch (zu) wenige Follower auf Pinterest hast? Auf Pinterest geht es in erster Linie darum, Traffic für die Webseite zu gewinnen. Aber eben nicht nur. Oder anders...